Gründung und Geschichte des SV 1920 Groß-Karben

Bereits vor dem 1. Weltkrieg wuchs das Interesse der Jugend in Groß-Karben für den Fußballsport. Nach dem Krieg gab es viele Vereinsgründungen. Am 20. März 1920 kamen im Gasthaus ''Zum Schwanen'' junge Leute zusammen und beschlossen einen Verein zu gründen. Die Sportart war Fußball. Ein Vorstand wurde gebildet.
Gespielt wurde zunächst auf privaten Wiesen. Kleidungsstücke bildeten die Tore. Auch einen richtigen Fußball gab es zu dieser Zeit noch nicht. Schließlich bekam man vom Pächter Karl Brückmann die Erlaubnis im Fohlenstall am Park zu spielen. Als Tore dienten Bohnenstangen. Nach Verhandlungen des Vorstandes mit dem Pächter und Besitzer gelang es schließlich den heutigen Sportplatz zu pachten. Die Ausrüstung für die Spieler vervollständigte sich erst nach und nach. Am 17. November 1920 trat man dem Süddeutschen Fußballverband bei.
Das Gründungsprotokoll
Immer öfter wurden nun Freundschaftsspiele gegen Verbandsvereine ausgetragen. Im Februar 1921 fand der erste Vereins-Maskenball im Deutschen Haus statt. 1921/22 war die Mannschaft zum ersten Mal in der Verbandsrunde, Klasse C, Abteilung 1. Sie gewann die Abteilungs-Meisterschaft mit 24:4 Punkten. Die beiden Spiele um die Gruppenmeisterschaft gegen Abteilungsmeister 2, Sport-Club Preungesheim, konnte man mit 2:1 und 3:0 gewinnen. Der Aufstieg in die B-Klasse war geschafft. In den Verbandspielen 1922/23 belegte man den 5. Platz.
Die Mannschaft zu dieser Zeit
K.Schütz
H.Pohlert W.Leibold
A.Kappes R.Philipp A.Heene
A.Brückmann K.Wagner Dr.H. Waldeck R.Mulch R.Södler
1923/24 konnte die Mannschaft die Abteilungsmeisterschaft ohne Punktverlust gewinnen und auch die Gaumeiserschaft gegen Bommersheim. Dies bedeutete den Aufstieg in die A-Klasse. Ein Jahr später stieg man jedoch wieder in die B-Klasse ab.
Das Spieljahr 1926/27 war wieder ein voller Erfolg. In einem Entscheidungsspiel am 12. Juni 1927 in Eckenheim konnte man gegen den punktgleichen Sportverein Bonames mit 2:1 n.V. gewinnen. Der Aufstieg in die A-Klasse war wieder geschafft. Dort erreichte man 1927/28 den 5. Tabellenplatz.
Die Saison 1928/29 in der A-Klasse begann sehr vielversprechend. Nach 6 Spielen hatte man 12:0 Punkte. Im 7. Spiel mußte die 1. Mannschaft in Bad Homburg antreten. Etwa 100 Zuschauer aus Groß-Karben erlebten eine 3:1 Niederlage. Dies war zuviel für manchen angereisten Fan und es kam zu einer wüsten Schlägerei, an der auch Spieler beteiligt waren. Der Verein erhielt eine Geldstrafe. Die Mannschaft in diesem Spieljahr:
K. Schütz, H. Jüngling, K. Jüngling, K. Strauch, K. Dietz, J. Fuhr, W. Gruner, Chr. Gernet, Fr. Schäfer, Ph. Weis, L. Stiller, K. Friedmann, Gg. Fuhr.
In der Saison 1929/30 wurde die 1. Mannschaft Vizemeister und die 2. Mannschaft Meister der A-Klasse. Die B-Jugend wurde zum 3. Mal Gaumeister. 1931 erreichte man das Endspiel um die Taunuskreisligameisterschaft gegen den VfB Friedberg.
Friedberg war der klare Favorit und wurde der Rolle auch gerecht. Das Spiel sahen 800 Zuschauer.
Die unterlegene Mannschaft:
W. Rohmeis, A. Buß, A. Vetter, K. Sängerhof, K. Dietz I, K. Jüngling, H. Weis, K. Lanz, W. Dietz II, Gg. Lösch, J. Pöhlmann
Der Trainer war der frühere Spieler von Eintracht Frankfurt Rudi Kirchheim.
Im Spieljahr 1933/34 wurden die Klassen neu eingeteilt. Eine Gauliga und eine Bezirksliga wurden geschaffen. Es waren die höchsen Spielklassen. In der neuen Bezirksliga Oberhessen spielten folgende Mannschaften: Germania Marburg, VfB und 1900 Gießen, SV Wetzlar, SV Lollar, FV Ockershausen, SPV 06 Bad Nauheim und SV 1920 Groß-Karben.
In der Spielzeit 1937/38 belegte die 1. Mannschaft den zweiten Tabellenplatz hinter Meister Oberursel. Groß-Karben erzielte 33 Punkte und 83:35 Tore, Oberursel 34 Punkte und 59:26 Tore. In diesem Jahr gewann man gegen Ober-Rosbach mit 9:0 Toren. Auch in Pokalspielen war die Mannschaft sehr erfolgreich. So beim 3:3 gegen Gauligist VfB Friedberg auf dem Friedberger Burgfeld. Die Mannschaft war wegen ihres technischen Spiels weithin bekannt. Die besten Spieler waren: Rohmeis, Lösch, Spiekermann, Pohlert, Eberhard, Vetter, Breidert, Vultee, Leibold, Pöhlmann, Wilhelm, Schmidt, Weis, Dietz, Buß und Karl Lanz der nach 2 Jahren Eintracht Frankfurt (1936/37) nach Groß-Karben zurückkehrte.Aus dieser Zeit muß man folgende Namen die an verantwortlicher Stelle dem Vereinswohl dienten besonders hervorheben: Adolf Sommer, Jean Weiland, Fritz Clarius und Heinrich Jakob.
Der Ausbruch des 2. Weltkrieges setzte dem jahrelangen Höhenflug ein Ende.
KSG 1920 Groß-Karben e.V.
